Oktober 2018

Konzertreise nach Vilnius

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Der Philharmonische Chor auf Konzertreise

Drei Konzerte mit geistlicher Musik in Vilnius geplant

Von Angelika Reiser-Fischer

Erfurt. „Jede Konzertreise ist etwas Besonderes“, sagt Andreas Ketelhut, der Chordirektor am Theater Erfurt ist und damit zugleich Chorleiter des Philharmonischen Chores. Das Ensemble hat derzeit rund 120 Sänger und Sängerinnen, alle sind Amateure,  im Alter zwischen 18 und 88.

Etwa alle zwei Jahre geht der Chor auf Reisen. „Wir haben schon im Vatikan gesungen, auch in Frankreich, in Polen, in Tschechien. Aber nun fahren wir in die Erfurter Partnerstadt in Litauen, nach Vilnius. Das ist schon etwas Besonderes“, erzählt der Chordirektor und die Vorfreude ist ihm deutlich anzumerken. Vom 2. Bis 7.Oktober wird der Philharmonische Chor beim St. Jacob’s Festival in der litauischen Hauptstadt dabei sein, einem internationalen Chorfestival für sakrale Musik. 

Angebahnt worden war der Kontakt über die Thüringer Staatskanzlei, die schließlich eine Partnerschaft mit dem litauischen Profi-Chor Valstybinis anbahnte. Von dort  wurde an die  Erfurter Sänger die Bitte heran getragen, ein Konzertprogramm mit geistlicher Chormusik ausschließlich von deutschen Komponisten vorzutragen.

Drei Konzerte, alle A-cappella – also ohne Instrumente – sind geplant. Erklingen werden Werke unter anderem von Johann Hermann  Schein, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms…   Erfreuen sollen sich die Konzertbesucher auch über das „Verleih uns Frieden“ von Heinrich Schütz, über das „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger und die Fest- und Gedenksprüche von Johannes Brahms. Auf letztere Stücke ist der Chordirektor besonders stolz:  „Seit Januar proben wir dafür, vieles ist sehr anspruchsvoll und wir wissen, dass es in Litauen ein sehr kritisches Publikum und eine qualitativ hohe Chorkultur gibt“, sagt Andreas Ketelhut.  Am vergangenen Wochenende trafen sich die Sänger daher noch einmal zu extra-intensiven Proben bei einem Chorlager in Pfiffelbach. 70 Sänger und Sängerinnen werden auf die Konzertreise gehen, die Reisekosten müssen sie selbst und aus der  Chorkasse stemmen. 

Die Probenzeit musste intensiv genutzt werden. Immer wieder hatten Sänger des Philharmonischen Chores in den vergangenen Monaten den Chor des Theaters Erfurt unterstützt, bei Opernaufführungen, auch bei den Domstufen-Festspielen. Hinzu kamen die Sommerferien. 

Im kommenden Jahr will das Ensemble übrigens sein 25-jähriges Bestehen feiern. Es war 1994 gegründet worden, nachdem Andreas Ketelhut für die „Carmina Burana“ bei den ersten Erfurter Domstufenfestspielen nach der Wende per Anzeige in der TA Laien-Sänger gesucht hatte, die den Opernchor unterstützen sollten. Daraus wurde schließlich der personelle Grundstock für den heutigen Chor. 

Am 22. September sollen nun zunächst die Erfurter das neue Litauen-Programm zu  hören bekommen, und zwar in der Luther-Kirche in der Magdeburger Allee. Letzte Gelegenheit für den Feinschliff. In Vilnius wollen sie als Vertreter der Partnerstadt überzeugen und den litauischen Partnerchor gern zu einem Gegenbesuch nach Thüringen einladen.

 

Staatschor Vilnius zum Gegenbesuch in Erfurt

Am 16. November 2019 weilte der Staatschor Vilnius zu einem Konzert in der Severikirche zu Erfurt.

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25 Jahre Philharmonischer Chor Erfurt e.V.

Das Jubiläumskonzert am 19. Dezember 2019 fand im Großen Saal des Theaters Erfurt statt. Beteiligt waren unter der Leitung von Andreas Ketelhut das Philharmonische Orchester, Ralph Neubert, Pianist und Katharina Walz, Alt .

  • Edward Elgar (1857 - 1934) "The Music Makers"
  • Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) "Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll op. 80"

The Music Makers

„Die Kritik an der Musik ist oft aus der Kritik an O’Shaughnessys Gedicht hervorgegangen, das – obwohl es sicherlich kein bedeutender Text ist – doch nicht schlechter ist als andere, die von Musikern zur Vertonungen herangezogen worden sind. Die andere große Kritik an ‚The Music Makers’ betraf Elgars Nutzung von Zitaten aus seinen anderen Werken, wobei mir nicht klar ist, was daran per se tadelnswert sein soll. […] ‚Flitterhaft’ und ‚billig’ sind die abschätzigen Begriffe, mit denen diese Kantate beschrieben worden ist, doch finde ich sie weniger schwach komponiert, sondern erlebe sie als originelle Vertonung des Gedichtes und als eines von Elgars gewinnendsten und ungerechtfertigt unterschätzen Werken.“ (Kennedy 1968, S. 211 f.)

Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll op. 80

Beethoven schrieb die Chorfantasie, die der Akademie ein glanzvolles Ende setzen sollte, in sehr kurzer Zeit nieder. Das Werk enthält Variationen des unveröffentlichten Liedes Gegenliebe (WoO 118) aus dem Jahr 1794–95, dessen Melodie auch dem Finale der 9. Sinfonie zugrunde liegt. Die Einleitung jedoch vollendete er auf Papier noch nicht, sondern improvisierte sie während der Aufführung. In der Kürze der Zeit war die Chorfantasie nicht genügend geprobt worden, und in der Aufführung unterbrach Beethoven das Orchester und setzte neu an.[1] Im Jahr 1810 veröffentlichte Muzio Clementi die Chorfantasie in England unter der Opuszahl op. 65. Der Verlag Breitkopf & Härtel veröffentlichte sie dann 1811 als op. 80 und widmete sie ohne die Zustimmung Beethovens dem König von Bayern, Maximilian I. Joseph.[2]

 

 

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A-cappella Programm 2020

Aufgrund der aktuellen Lage können auch wir momentan nicht zum Proben zusammenkommen. Wir vermissen dies sehr und hoffen, die verlorene Zeit sobald als möglich wieder aufzuholen. Deshalb lassen sich hier auch keine weiteren Informationen über das Programm sagen.

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